Elternbildung an der Hermann-Grosch-Grundschule

Freude am Spiel und Erziehungstipps

Weitramsdorf – Auch wenn zwei der Referentinnen erkrankt waren und deshalb der „Aktion und Abenteuerspiele“-Workshop ausfallen musste, die beiden anderen geplanten Veranstaltungen begeisterten zahlreiche Eltern von Schülern der Hermann-Grosch-Grundschule. Möglich gemacht hatte dies wieder eine Zuwendung des Fördervereins der Erziehungseinrichtung.

Die Rektorin der Neuseser-Grundschule, Jasmin Müller-Ahlefeld, führte in die faszinierende Welt der analogen und digitalen Lernspiele ein. Sie stellte die Roller der Spiele als Hilfe zur Entwicklung der Intelligenz, als Säule der Persönlichkeitsentwicklung und zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer heraus. Ferner bildeten Spiele die motorischen Fähigkeiten und Sprachentwicklung, so Müller-Ahlefeld. Sie wies darauf hin, dass Kinder sich der Faszination digitaler Apps kaum entziehen könnten. Doch die Eltern könnten diese Begeisterung durchaus steuern, indem sie ihre Sprößlinge an sinnvolle Lernspiele heranführten. Dafür führte sie am Tablet-PC eine Reihe von Beispielen heran, mit denen zum Beispiel Schreiben und Rechnen sinnvoll geübt werden kann. Aber auch die Vielzahl herkömmlicher Brett- und Aktionsspiele klopfte Müller-Ahlefeld auf sinnvolle Varianten ab. Nach ihrem Info-Vortrag konnten die Eltern diese auch selbst ausprobieren. Eine Gelegenheit, die viele gerne nutzten, und bei der es nicht unbedingt bierernst zuging.

Kurzfristig eingesprungen war Rektorin Beate Deuerling mit ihrem Referat über „Grenzen setzen-Mut zur Erziehung!“. Sie informierte über die wichtige Balance zwischen „Lasser faire“ und strenger Reglementierung. Sie klärte darüber auf, dass die Vorgehensweise der „schwarzen Pädagogik“, die Jahrhunderte lang Kinder zu unmündigen Befehlsempfängern degradierte, nun schon eine Weile überwunden worden sei. Dennoch brauchten Kinder Grenzen, um eine gesunde Entwicklung zu haben. Da sei der Erziehungswille der Eltern unbedingt gefordert. Sie gab dazu eine Vielzahl hilfreicher Tipps, die ebenfalls auf einem Arbeitsblatt festgehalten waren. So klärte sie über die Rolle der eigenen seelischen Verfassung der Eltern bei der Erziehung der Kinder auf. Auch die eigene Ausdruckweise sei eventuell zu überdenken. Aufforderungen sollten direkt in Nähe der Kinder abgegeben werden und man solle sich beispielsweise vor schnellem Kontaktabbruch nach einer Sanktion hüten. Als einige  der wichtigsten Prinzipien verwies Beate Deuerling darauf, dass man das Gebotene auch selbst leben müsse und dass die liebevolle Bindung zu den Kinder das wichtigste Grundprinzip  der Erziehung sei.

In der Pause zwischen den Vorträgen versorgten Uli Kempf-Grosch und Gabi Sturms vom  Elternbeirat die Teilnehmer  mit einem Snack und Getränken.

Bild und Text Christian Göller